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Fuchs: Architektur für übermorgen
02.03.2010
Wenn es um Stahlproduktion mit Strom geht, vertraut die Welt auf Meißenheim. Die Ideen und Entwicklungen von Gerhard Fuchs und seiner Fuchs Technology AG sind in modernen Stahlwerken nicht mehr wegzudenken – ganz gleich ob in China, Indien oder Russland.
Seit Anfang des Jahres hat die Fuchs Technology AG in Meißenheim ein neues Hauptquartier, das im Frühjahr bezogen wird. „Es ging darum, ein visionäres Gebäude zu entwerfen“, sagt Architekt Jürgen Grossmann, Chef der Grossmann-Group aus Kehl. „Es ist wichtig, mit dem Bau und seiner Gestaltung die Kreativität, das Selbstverständnis und die globale technologische Vorreiterrolle des Unternehmens zum Ausdruch zu bringen.“
Entsprechend ungewöhnlich und modern fiel der Entwurf für das Gebäude aus, an dem seit der Grundsteinlegung im April gearbeitet wird: 1200 Tonnen Beton, Stahl, Glas und Aluminium – doch es wirkt, als habe für dieses Büro dieses Bauwerk die Schwerkraft keine Bedeutung. Der 4500 Kubikmeter große Baukörper schwebt auf vier konischen Säulen gut fünf Meter über dem Boden – kein Wunder, dass die Meißenheimer das markante Gebäude liebevoll als landendes Ufo bezeichnen. Viele Bürger hat ihr Sonntagsspaziergang in den vergangenen Monaten immer wieder zur Baustelle geführt, um den Fortschritt des Gebäudes zu verfolgen.
Grundsteinlegung im April, Richtfest im Juli, Fertigstellung des Rohbaus im August. Bis Jahresende wurden die Arbeiten an der Fassade abgeschlossen, die Fenster eingesetzt und der Innenausbau begonnen. Im Frühjahr werden die Konstrukteure und Ingenieure der Fuchs Technology AG ihre neuen Arbeitsplätze beziehen.
900 Quadratmeter Nettogrundfläche bieten Raum für etwa 40 Arbeitsplätze. Das kreisrunde Erdgeschoss zwischen den vier Stützen beherbergt den Empfang und einen gläsernen Fahrstuhl. Im ersten Stock sind Büros und Konferenzräume geplant, das Dachgeschoss ist für die Geschäftsleitung und als Meeting-Point vorgesehen.
Die außergewöhnliche Form des Gebäudes wird möglich durch eine tragende Fachwerkkonstruktion aus Stahl. „Fuchs Technology ist weltweit aktiv und verbessert die Methoden und Gerätschaften der Stahlherstellung mit höchst innovativen Ansätzen“, sagt Jürgen Grossmann. „Der Entwurf des Gebäudes drückt die Coporate Identity eines solchen High-tech-Unternehmens aus. Gleichzeitig betont es die Bedeutung des Themas Stahl.“
Für die Fassade kombiniert Grossmann verspiegeltes Glas und geschliffenes Aluminium. Auch das unterstreicht den innovativen Charakter des neuen Gebäudes – genau wie das energetische Konzept. Für Heizung und Kühlung ist eine mit Grundwasser gespeiste Wärmepumpe zuständig, die Temperierung der Büros erfolgt über einen modernen Klimaboden. Damit setzt das Gebäude auch in Sachen Energie und Umweltschutz Maßstäbe.


